Emotionales Essen: Wenn Gefühle hungrig machen

Emotionales Essen: Wenn Gefühle uns hungrig machen

Wir nehmen Nahrung auf, weil unser Körper Energie braucht. Doch wenn wir einmal ehrlich sind, ist das noch lange nicht der einzige Grund, warum wir essen.

Die Gründe sind vielfältig und viele hängen mit unserem Emotionen und Gefühlen zusammen.
Viele Menschen essen aus etwa Gewohnheit, Langeweile, Einsamkeit, Frust, ein Nachmittagsdurchhänger im Büro oder um sich zu belohnen. Man könnte sagen, sie essen nicht aus körperlichem Hunger, sondern aus emotionalem Hunger.

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Schon von Kindesbeinen verbinden wir oft Essen mit Lob, Zuneigung und Wärme.
Wenn du brav bist, bekommst du etwas Süßes. Bestimmte Gerichte verbinden wir zum Beispiel auch mit unserer Kindheit. Essen wir dann z.B. den Schokoladenpudding nach einem Rezept der Oma, fühlt man sich wieder umsorgt.
Das emotionale Essen haben wir meist unbewusst erlernt und daran gewöhnt. Das macht es umso schwerer, uns wieder zu entwöhnen. Das heißt aber nicht, dass es nicht geht!
Woran kann man emotionales Esseverhalten erkennen?

 

 

 

Hier findest Du 10 Merkmale von emotionalem Essen:

  1. Du hast plötzlich Hunger! Körperlicher Hunger entsteht langsam und allmählich. Vom leichten Appetit wird es zu großem Hunger. Emotionaler Hunger entsteht oft plötzlich und ist dann sofort sehr groß und lässt sich nicht verdrängen.
  2. Du brauchst sofort Essen! Auch lässt sich der emotionale Hunger nicht verdrängen oder kurz aufschieben.
  3. Du willst ein ganz bestimmtes Essen oder Lebensmittel! Wenn Du körperlich Hunger hast, hast Du vielleicht Lust ein etwas Bestimmtes zu Essen, aber auch, wenn Du etwas anderes isst, vergeht Dein Hunger. Ein seelischer Hunger, lässt sich nur durch genau das gewünschte besänftigen.
  4. Du hast nach dem Essen schnell wieder Hunger! Nach einer normalen Mahlzeit ist man normaler Weise für einige Stunden gesättigt und verspürt auch keinen Hunger. Wenn Du schnell nach dem Essen wieder hungrig wirst, kann das ein Zeichen von emotionalen Essen sein.
  5. Du isst unbewusst! Du hast gar nicht gemerkt, dass Du etwas isst, aber vor Dir steht eine leere Packung Chips? Unbewusstes Essen kann auf emotionales Essen hindeuten.
  6. Trotz Essen bleibst du hungrig! Körperlicher Hunger wird recht schnell durch Essen gestellt. Wenn Dein Hunger aber auch nach einem ausreichenden Essen bestehen bleibt, handelt es sich wahrscheinlich um einen emotionalen Hunger.
  7. Schlechtes Gewissen! Wenn Du vor allem regelmäßig nach dem Essen ein schlechtes Gewissen hast, kann das ein deutliches Zeichen für emotionales Essen sein.
  8. Du kannst nicht aufhören zu essen! Wenn Du isst erleidest du einen Kontrollverlust und kannst nicht aufhören zu essen. Erst, wenn der Teller oder die Packung leer sind, kannst du mit dem Essen aufhören? Auch hier ist dein körperlicher Hunger gedeckt und emotionaler Hunger oder auch Erzeihung („Iss Deinen Teller leer“!) spielen eine Rolle.
  9. Du isst sehr schnell oder schlingst! Auch dauerhaft schnelles Essen und Schlingen kann darauf hindeuten, dass es sich nicht um einen physischen, sondern um emotionalen Hunger handelt.
  10. „Überfressen“! Wenn Du oft sehr große Menge Essen regelrecht brauchst und dann nach ein starkes Völlegefühl oder sogar Übelkeit hast, solltest Du auch an seelischen Hunger denken.

Fazit

Wie so oft gilt auch hier: Ausnahmen bestätigen die Regel. Bei jedem können die Merkmale unterschiedlich sein.

Auch ist es grundsätzlich es auch ganz natürlich, dass unsere Emotionen unser Verhalten und auch unser Essverhalten mitbeeinflussen. Daran ist an sich auch nichts Schlimmes. Dass man bei einer Hochzeit ein Stück der Torte isst, obwohl man eigentlich keinen Hunger mehr hat oder, dass man einmal große Lust auf ein bestimmtes Gericht hat, ist ganz normal und man braucht sich auch keine Sorgen zu machen.

Auch muss es nicht sein, dass emotionales Essen für Dich problematisch ist, auch wenn ein Merkmal auf Dich zutrifft. Wenn du aber regelmäßig von schlechtem Gewissen nach dem Essen geplagt wirst oder auch mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hast, lohnt sich auf jeden Fall, sich einmal Gedanken über Dein Essverhalten zu machen.

 

Wie geht es weiter?

DaumenDieser Beitrag hat kurz zusammengefasst, wie man emotionales Essen erkennen kann. Im nächsten Schritt ist es natürlich interessant, wie man damit umgehen und wie man sein Essverhalten verändern kann.

Stimmt ab! Wenn Euch das Thema Essen und Emotionen interessiert, würde ich gerne noch weiter darüber schreiben. Über Feedback und Kommentare freue ich mich!

ChatDas würde mich von Euch interessieren:

Kennst Du auch emotionales Essen aus eigener Erfahrung?

In welchen Situationen war emotionales Essen für Dich ein Thema?

 

Ich freue mich auf Eure Erfahrungen!

Eure Michaela

 

 

 

Michaela Kraus

Über Michaela Kraus

Mein Name ist Michaela Kraus, ich bin 31 Jahre alt und wohne in München. Bei Mikrofit bin ich gemeinsam mit Thomas für die redaktionellen Inhalte zuständig. Hier hat es mir besonders das Themen gesunde Ernährung angetan sowie praktische Tipps und Tricks im Alltag. Was mache ich neben Mikrofit noch? Nach meinem Studium der Betriebswirtschaftslehre und einem Masterstudium in Marketingmanagement war ich von 2012 bis Ende 2014 als Produktmanagerin im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz und speziell im betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Nachdem ich mich auch seit langem privat mit allem Rund um die Themen Gesundheit, Prävention, gesunde Ernährung und Stressprävention beschäftige, habe ich mich entschlossen, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Seit Oktober 2014 mache ich deshalb eine Ausbildung zur Heilpraktikerin und bereite mich auf meine Prüfung vor. Seit Januar 2015 beschäftige ich mich auch beruflich Mikronährstoffe und Ernährung. Da für mich gesunde Ernährung und Mikronährstoffe besonders spannende Therapiefelder sind, habe ich beim der Stiftung für Gesundheit und Umwelt (SfGU) Ausbildungen zum Medical Wellness Coach, Salusweight Coach und zur Fachberaterin für Moderne Orthomolekulare Medizin besucht, um hier fundiertes Fachwissen zu bekommen. Neben dem experimentieren mit gesunden Rezepten reise ich privat gerne, erkunde fremde Länder und als Hobbytaucherin auch fremde Meere und Seen.

2 Kommentare

  1. Es ist schön endlich mal auf einen sehr guten Blog zum Thema Emotionales Essen gefunden zu haben. Seit Jahren verspüre ich kurz nach dem Essen ständig Lust auf etwas Süßes. Ich kann es einfach nicht lassen, ich brauche dann einfach etwas Schokoladiges. Zudem esse ich, ohne dass ich Hunger habe und esse bis mir schlecht ist. Gerade als Frau steht das Essen häufig im Zentrum der Aufmerksamkeit und nach dem Essen habe ich ein schlechtes Gewissen. Jetzt weiß ich, dass es so etwas wie Emotionales Essen gibt und das ich deutlicher auf meine Gefühle und tatsächlichen Bedürfnisse hören sollte. Hast du eventuell Tipps wie man das im täglichen Leben umsetzen kann?

  2. Bei mir handelt es sich meistens um den Klassiker „Frustessen aus Liebeskummer“. Wenn es gerade gut läuft (wenn er mir Aufmerksamkeit schenkt und mir damit Hoffnungen macht), habe ich überhaupt nicht das Bedürfnis, aufgrund meiner Gefühle zu essen. Dann allerdings werde ich zurückgewiesen oder er meldet sich Tage- bis Wochenlang nicht und schwupps wird jeden Tag eine ganze Tafel Schokolade verdrückt 🙁 Finde es super, dass du das Thema aufgreifst, da sicherlich viele Frauen davon betroffen sind und ich jetzt weiß, dass ich mit meinen Essproblemen nicht alleine bin (mit meinen Freundinnnen kann ich darüber leider kaum reden, die verstehen das nicht, da sie in Situationen, in denen es ihnen schlecht geht, eher zur Appetitlosigkeit neigen). Ich freue mich auf weitere Ratschläge, wie man mit solchen Problemen umgehen kann!
    Deine Laura

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