Zucker – ein süßer Verführer!

Zucker- Opium fürs Volk?!

Im Durchschnitt werden wir immer dicker. Bei dem Großteil ist die Leibesfülle durch suboptimale Ernährung und das auch noch im Übermaß Schuld daran. Nach den Mangeljahren der Weltkriege kam der Überfluss der Nachkriegszeit und jetzt bei vielen die Mischung aus Überfluss beim Einkaufen, wenig Zeit oder auch Lust beim Kochen und leider zum Teil auch Unkenntnis, was für uns gesund ist und was nicht. Leider werden die ungesunden Bestandteile gut getarnt und selbst in eigentlich salzigen Lebensmitteln wie Wurst und Brot findet man bei genauerem Hinsehen oftmals Zucker oder Zuckerersatzstoffe.

Macht uns Zucker krank?

Leckerer Brownie - eine süße Sünde

Leckerer Brownie – eine süße Sünde

Essen oder trinken wir etwas Süßes haben wir kurzfristig mehr Energie, fühlen uns gut und können uns besser konzentrieren. Das Hormon Insulin, das die Aufnahme von Zucker im Körper ermöglicht, aktiviert auch die Bildung von Tryptophan im Gehirn. Tryptophan ist Vorläufersubstanz von Serotonin. Das Glückshormon Serotonin regelt wichtige Funktionen wie Schlaf, Hunger, Antrieb und Stimmung. Im Herbst und Winter, wenn wir in unseren Breitengraden wenig Sonne haben, essen Menschen, z.B. die zu Depressionen neigenden deutlich mehr süße Nahrung als im Sommer.

Leider ist die positive Wirkungsweise von Zucker meist nur von kurzer Dauer…
Es gibt unzählige Symptome, die man auf Zuckerkonsum zurückführen kann oder wo Zucker beteiligt war: Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Aggressionen (Achtung bei Kindern, die unter dem ADHS-Syndrom leiden!), Blähungen, Darmprobleme, Verstopfung, Schlafstörungen und vieles mehr. Bei vielen Erkrankungen gibt es einen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen ihrem Auftreten und unserer Ernährungsweise. Falsche Ernährung, mit zu vielen leeren Kalorien, viel Zucker, Fleisch, Fett und mit zu wenigen Nährstoffen erhöhen das Risiko an z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmten Krebsarten zu erkranken deutlich.
Die bekannteste „Zucker“-Erkrankung ist Diabetes Mellitus.

Der Zuckerstoffwechsel in unserem Körper

Damit unser Körper die Glukose aufnehmen kann, benötigt er das Hormon Insulin. Essen wir Kohlenhydrate produzieren die so genannten Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse das Hormon und es wird in unser Blut ausgeschüttet und der Insulinspiegel im Blut steigt an.
Das Insulin ist dann quasi ein Türöffner für die Glukose und schleust sie in die Zelle ein. So ist die Zelle mit Energie versorgt und der Insulinspiegel im Blut ist wieder rasant gesunken.
Je mehr kohlenhydrathaltige oder vor allem zuckerhaltige Nahrung wir essen, desto öfter und auch schneller muss die Bauchspeicheldrüse arbeiten, um mit der Insulinproduktion mitzukommen.
Irgendwann kommt aber die Zelle an ihre Füllgrenze und es kann kein Zucker mehr aufgenommen werden. Als Schutz entwickelt sich eine Insulinresistenz. Der Insulinschlüssel passt nicht mehr in das Schloss der Zelle bzw. die normale Insulinmenge reicht zum Öffnen nicht mehr aus.
Um zu versuchen, den Zucker aus dem Blut doch noch irgendwie in die eigentlich volle Zelle zu bekommen, produziert die Bauchspeicheldrüse größere Mengen an Insulin. Damit die nicht verbrauchte Energie aus den aufgenommenen Kohlenhydraten nicht ungenutzt bleibt, wird unser Fettaufbau angekurbelt. Bei bevorstehenden Hungersnöten wären das unserer Energiereserven, in der heutigen Zeit leider unsere Dauerfettdepots um Bau und Po.

Nach einer Mahlzeit mit viel Kohlenhydraten oder Zucker steigt der Blutzuckerspiegel erst rasant an, dann wir viel Insulin produzieren, damit der Zucker in die Zellen geschleust wird, und der Blutzuckerspiegel sinkt wieder schnell und stark ab. Unser Köper merkt den großen Unterschied zwischen der anfänglichen „Überzuckerung“ und der späteren „Unterzuckerung“ und will ausgleichen. Heißhungerattacken sind die Folge.
Die Insulinresistenz nimmt mit der Zeit weiter zu und die Bauchspeicheldrüse stellt irgendwann ihre Insulinproduktion ein. Es kommt also kein Zucker mehr in die Zellen. Das hat zur Folge, dass obwohl wir quasi Überzuckern, besonders wichtige Zellen wie im Gehirn unter einem Zuckermangel leiden.
Langfristig reagieren die Zellen nicht mehr auf das Insulin und es kommt zu einer Insulinresistenz, die zu Diabetes und einer verminderten Fettverbrennung führt. Auch führt Zucker zu kleinen Entzündungsreaktionen im Körper. Entzündungsreaktionen sind Triebfedern für viele Erkrankungen wie etwa Arthritis, Bluthochdruck oder Osteoporose. Über gesunde Ernährung mit ausreichenden Vitalstoffen können Entzündungen ohne auch Medikamente gehemmt werden. Spinat, fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut oder Brottrunk oder auch Zwiebeln gehören zu den entzündungshemmenden Lebensmitteln.

Wie zahlen also oft einen hohen Preis für eine ungesunde Lebens- und Ernährungsweise.
Diese Erkenntnis ist für viele nichts Neues, aber trotzdem tun wir uns oft schwer gesundheitsbewusst zu essen.

Zucker – ein süßer Verführer

Für unsere Vorfahren war Zucker bzw. zuckerhaltige Nahrung noch wichtige Energiequellen. Wurde etwas gefunden, das süß schmeckt, war es essbar, hat es uns schnell mit Energie versorgt und wurde deswegen gegessen. So war das Überleben wieder für eine gewisse Zeit gesichert.
In den Industrieländern müssen wir uns heute selten Sorgen machen, dass wir nicht ausreichend Energielieferanten finden. Eher im Gegenteil! Essen wir viel Zucker und das über einen längeren Zeitraum kann es zu einer Art Abhängigkeit kommen.

ZuckerEin kleiner Zuckertest!

Diese Abhängigkeit kann man auch an sich selbst einmal testen. Iss für zwei Wochen kein Zucker, zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke (Genau auf die Inhaltsstoffe achten! Fast alle Fertigprodukte enthalten z.B. verstecke Zucker oder Zuckerersatzstoffe!). Gerade, wer gerne mal etwas Süßes isst oder trinkt, wird schnell merken, dass ihm etwas fehlt, vielleicht wird auch die Laune etwas schlechter und es kann ein regelrechter Heißhunger auf Süßes entstehen. Auch andere Entgiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen, ein schlechter Geschmack im Mund oder kleine Pickel im Gesucht können auftreten. Je nachdem wie viel Zucker wir normaler Weise zu uns nehmen, desto stärker können die „Entzugserscheinungen„ sein, aber keine sorge in der Regel dauern sie nur wenige Tage an. Nach diesen oft etwas unschönen ersten Tagen, kommt es aber nicht selten zu vielen positiven Reaktionen unseres Körpers: z.B. richtige Energiekicks, Ausgeglichenheit und super Stimmung.

Süßes als Belohnung

Süßes als Belohnung

Zucker als Belohnung

Ein weiterer Aspekt ist, dass wir oftmals leider von klein auf so gepolt werden, dass wie Zucker mögen und ihn mit positiven Erlebnissen verbinden. Wie oft wird wohl an einem durchschnittlichen Tag einem Kind als Belohnung ein Bonbon oder ein Eis angeboten? „Sei brav und du bekommst etwas Süßes!“
Zucker wirkt sich also direkt auf unser Belohnungszentrum aus. Auch später wollen wir uns mit süßem belohnen und etwas gönnen. Das Verhalten wurde uns als Kind schon fast antrainiert.

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Weißer Zucker ist böse, brauner Zucker und Fruktose sind gesund, oder?

Brauner Zucker - gesünder als weißer Zucker?

Brauner Zucker – gesünder als weißer Zucker?

So einfach ist es leider nicht. Beide Zucker werden aus Zuckerrohr oder Zuckerrübe gewonnen, beide liefern pro 100 Gramm ca. 400 Kilokalorien. Der Unterschied zwischen weißem und braunem Haushaltszucker ist die Verarbeitung. Brauner Zucker enthält zum Teil noch Zuckersirup, dem weißen Zucker wurde der Sirup durch Aufreinigung ganz entzogen. Für uns heißt das, dass der braune Zucker noch Spuren von Nährstoffen enthält, der weiße nicht mehr. Leider sind es wirklich nur Spuren.
Auch der Umstieg auf Produkte, die statt Zucker Fruktose, also Fruchtzucker, beinhalten hilft uns nicht weiter. Fruktose hat zwar einen eher niedrigen Glykämischen Index, aber lässt den Insulin- und Leptinspiegel (Das Hormon Leptin ist an der Steuerung von Hunger- und Sättigungsgefühl beteiligt.) langfristig hoch schnellen. Fruchtzucker müssen leider auch über mehrere Zwischenstufen erst für unseren Stoffwechsel umgebaut werden. Hier entstehen Harnsäuren, die zur Übersäuerung führen können und durch die Umwandlungsprozesse können die Blutfettwerte ansteigen.
Ein weiteres Problem ist, dass 30-60% der Mitteleuropäer unter einer Fruchtzuckerunverträglichkeit, die sich z.B. mit Verdauungsbeschwerden, Durchfall, Blähungen nach dem Essen bemerkt bar macht.

ObstAber bitte nicht aus Sorge von zu viel Fruchtzucker auf Obst verzichten!
Der dort enthaltene Fruchtzucker ist zwar je nach Obstsorte sehr unterschiedlich und kann durchaus auch mal bei den Kalorien zu Buche schlagen, aber hält sich noch im normalen Maße. Gefährlich sind eher die Industrieprodukte, die große Fruchtzucker enthalten können. Oft hat man dank guter Werbung sogar noch das Gefühl, ein scheinbar gesundes und natürliches Produkt zu kaufen!
Obst hat viele Vitamine und Nährstoffe, die unser Stoffwechsel benötigt. Obst eignet sich als gesundes Frühstück oder als Zwischensnack auch im Kombination mit Müsli. Und haben wir Lust auf etwas Süßes, ist Obst eine gesunde Alternative zum Schokolade und Co.

Wie bleibe ich gesund?

Wichtig ist, dass unser Blutzuckerspielgel möglichst konstant ist und auf einem niedrigen Level ist. Seinen Blutzuckerspiegel kann man sehr gut über bewusste Ernährung steuern. Auch ist schuld für Erkrankungen. Vitalstoffarme Ernährung, viel Stress, wenig Bewegung, und vielleicht auch noch Rauchen und Alkohol spielen wichtige Rollen.

  • Am gesündesten wäre es komplett auf gesüßte Produkte zu verzichten, doch das fällt den meisten sehr schwer.
  • Langfristig kann man aber seinen Geschmack umtrainieren. Wenn man immer etwas weniger Zucker nimmt, kommt man auch mit geringen Mengen aus.
  • Bei Kindern und Zucker sollte man generell vorsichtig und maßvoll sein. Am besten man gewöhnt sie gar nicht an stark gesüßte Produkte (Achtung! Leider enthalten gerade die so genannten Kinderprodukte viel Zucker und Farbstoffe.
  • Genau auf die Inhaltsstoffe achten!
  • Süßes nicht als Belohnung!
  • Statt Zucker Alternativen wie Stevia, Kokosblütenzucker oder Agavendicksaft nutzen.
  • Dunkle Schokolade

    Dunkle Schokolade

    Wenn es doch mal Schokolade sein muss, möglichst zu einer Tafel mit hohem Kakaoanteil greifen.
    Je höher der Kakaoanteil der Schokolade, desto intensiver ist. Kakao enthält Antioxidantien, die das Herzkreislaufsystem schützen. Je heller, die Schokolade, desto geringer ist der Anteil an Kakaomasse.
    Bitterschokolade besteht zu mindestens 50–70 % aus Kakaomasse, enthält keine oder kaum Milchprodukte und nur wenig Zucker.

  • Nicht nur süße Speisen, sondern auch Süßgetränke möglichst vermeiden!
  • Auf gute Kohlenhydrate achten und Vollkornprodukte vorziehen. Während Produkte aus Weißmehl durch die Verarbeitung von fast allen wertvollen Inhaltsstoffen befreit wird, sind in Vollkornprodukten noch eine Vielzahl von Mineralstoffen und Spurenelementen enthalten. Die wertvollen Ballaststoffe des Korns sitzen in seinen Randschichten und sind deshalb im verarbeiteten Weißmehl kaum noch vorhanden sind.
  • Lebensmittel mit einem niedrigen Glykämischen Index bevorzugen. Der Glykämische Index gibt an, wie sehr sich ein kohlenhydratreiches Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel auswirkt.
  • Ballaststoffe wie eben in Vollkornprodukten oder zusätzlich aufgenommen (z.B. Leinsamen, Weizenkleie oder Guarkernmehl) sorgen für ein längeres Sättigungsgefühl und bringen unseren Darm richtig in Schwung und unterstützen so die Verdauung.
  • Vermeide Fertigprodukte, denn diese enthalten fast immer Zucker oder zuckerartige Stoffe, auch wenn es sich um herzhafte Produkte handelt.
Zimt

Zimt

Unser Tipp:
Zimt und Kurkuma helfen den Blutzuckerspiegel konstant zu halten.
Zimt regt den Glukose-Stoffwechsel an und das Kurkumin im Kurkuma setzt die Insulinresistenz herab.

Ein leckeres und sehr gesundes Rezept mit Zimt und Kurkuma ist die „Goldene Milch“ aus der Ayurveda. Teste es einfach Mal! Hier findest du ein Rezept für die „Goldene Milch“. Wenn du lieber etwas sommerliches und kühles magst, probiere den Kurkuma Smoothie!

Ein Heißhunger auf Süßes kann auch ein Zeichen für Erkrankungen wie eine übermäßige Belastung von Darmpilzen sein oder auf einen Vitalstoffmangel hinweisen. Der Körper versucht mit Zucker oder auch Kohlenhydraten einen bestimmten Mangel wie einen Serotoninmangel auszugleichen.

Michaela Kraus

Über Michaela Kraus

Mein Name ist Michaela Kraus, ich bin 31 Jahre alt und wohne in München. Bei Mikrofit bin ich gemeinsam mit Thomas für die redaktionellen Inhalte zuständig. Hier hat es mir besonders das Themen gesunde Ernährung angetan sowie praktische Tipps und Tricks im Alltag. Was mache ich neben Mikrofit noch? Nach meinem Studium der Betriebswirtschaftslehre und einem Masterstudium in Marketingmanagement war ich von 2012 bis Ende 2014 als Produktmanagerin im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz und speziell im betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Nachdem ich mich auch seit langem privat mit allem Rund um die Themen Gesundheit, Prävention, gesunde Ernährung und Stressprävention beschäftige, habe ich mich entschlossen, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Seit Oktober 2014 mache ich deshalb eine Ausbildung zur Heilpraktikerin und bereite mich auf meine Prüfung vor. Seit Januar 2015 beschäftige ich mich auch beruflich Mikronährstoffe und Ernährung. Da für mich gesunde Ernährung und Mikronährstoffe besonders spannende Therapiefelder sind, habe ich beim der Stiftung für Gesundheit und Umwelt (SfGU) Ausbildungen zum Medical Wellness Coach, Salusweight Coach und zur Fachberaterin für Moderne Orthomolekulare Medizin besucht, um hier fundiertes Fachwissen zu bekommen. Neben dem experimentieren mit gesunden Rezepten reise ich privat gerne, erkunde fremde Länder und als Hobbytaucherin auch fremde Meere und Seen.

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