Corona – die wichtigesten Hygienebegriffe für dich erklärt

Corona – die wichtigsten Hygienebegriffe für dich erklärt

Hygiene, Desinfektionsmittel, Mund-Nasen-Masken, Quarantäne – das sind alles Begriffe, die aktuell durch die Presse und unseren Alltag schwirren. Doch was meint das alles denn genau?

Hygiene ist kurzgesagt die Lehre von der Verhütung von Krankheiten und gesundheitlichen Schädigungen sowie der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit. Durch Hygienemaßnahmen versuchen wir bewusst Gefahren für unsere Gesundheit zu vermeiden und gesundheitsmehrende Handlungen zu fördern und somit die Verbreitung von Krankheiten einzudämmen.

Übersicht von Hygienemaßnahmen

Man kann die medizinische und die persönliche Hygiene unterscheiden. Unter dem Sammelbegriff Medizinische Hygiene fallen etwa die Sterilisation, Desinfektion, Isolierung und Quarantäne. Individuelle persönliche Maßnahmen der Hygiene können Körper-, Mund-, Brust-, Anal– und Sexualhygiene fallen.

 

Begriffserklärungen:

  • Sterilisation:
    Verfahren, durch die Materialien und Gegenstände von allen lebenden Mikroorganismen einschließlich ihrer Ruhestadien (z. B. Sporen) befreit werden. Denn damit erreichten völlig keimfreien Zustand der Materialien und Gegenstände bezeichnet man als „steril“. Die Sterilisation erfolgt durch physikalische (thermisch, Bestrahlung) oder chemische Verfahren.
  • Desinfektion:
    Bei diesem Verfahren werden die Krankheitserreger soweit abgetötet bzw. inaktivieren, dass eine Infektion nicht mehr wahrscheinlich ist. Es gibt also noch Erreger, aber sie sind deutlich reduziert. Eine Desinfektion kann chemisch oder physikalisch vorgenommen werden. Zu den wichtigsten Desinfektionsobjekten gehören Flächen, Instrumente, Wäsche und die Handdesinfektion. Sonderformen der Desinfektion sind aber auch Pasteurisierung oder Ultrahocherhitzung in der Lebensmittelindustrie.
  • Isolierung:
    Bei einer Isolierung werden in einer Pflegeeinrichtungen oder einem Krankenhaus infizierte Patienten durch räumliche Trennung von anderen Patienten (besonders abwehrgeschwächten) Patienten getrennt, um so einer Übertragung von Krankheitserregern vorzubeugen. Je nachdem wie infektiös die Erkrankung ist oder auch wie hoch das Maß der Übertragungsfähigkeit (der so genannten Kontagiösität) kann sich die Isolierung auf Maßnahmen wie eine räumliche Trennung bis hin zur strikten Quarantäne ausweiten.
  • Quarantäne:
    Die Quarantäne ist eine zeitlich befristete, behördlich angeordnete räumliche Isolierung von Menschen, Tieren oder Pflanzen zum Schutz einer Gesellschaft vor ansteckenden Krankheiten. Besteht der Verdacht, an bestimmten Infektionskrankheiten erkrankt oder Überträger dieser Krankheiten zu sein, wird einen Quarantäne angeordnet, mit dem Ziel, eine Einschleppung und Verbreitung der betreffenden Erkrankung zu verhindern oder zu minimieren. In Deutschland werden die Quarantänebestimmungen durch das Infektionsschutzgesetz (IfSG) §30 geregelt.

 

Weitere medizinische Begriffserklärungen

Im Zusammenhang mit Hygiene gibt es noch weitere Begriffe, welche unterschieden werden müssen:

Virus:

Ein Virus ist ein submikroskopischer Infektionserreger, der aus Nukleinsäuren (DNA oder RNA), Proteinen und ggf. einer Virushülle bestehen kann. Er verfügt über keinen eigenen Stoffwechselapparat und vermehrt sich allein in den lebenden Zellen eines Organismus. Dabei können Viren alle Arten von Lebensformen infizieren, von Tieren und Pflanzen bis hin zu Mikroorganismen, einschließlich Bakterien.

 

Beispiele für Viren und ihre möglichen Erkrankungen sind:

  • Coronaviren – Gastroenteritis, MERS, SARS (auch SARS-CoV-2)
  • Herpesviren – u.a. Drei-Tages-Fieber, Herpes labialis, Herpes genitalis, Windpocken, Gürtelrose
  • Influenzaviren – Grippe, Vogelgrippe
  • Papillomaviren – Verrucae vulgares, Zervixkarzinom
  • Paramyxoviren – Masern, Mumps, RSV, Krupp
  • Picornaviren – Hepatits-A-Virus, Polio (Kinderlähmung)
  • Rabiesviren – Tollwut
  • Retroviren – AIDS
  • Rhinoviren, Adenoviren – Gastroenteritis, respiratorische Erkrankungen, urogenitale Infektionen, Entzündungen des Auges oder des Ohres

Bakterien:
Bakterien sind die kleinsten, einzelligen Mikroorganismen ohne Zellkern. Sie teilen sich durch Spaltung (Zellteilung).

Beispiele für Bakterien und ihre möglichen Erkrankungen:

  • Bordetella pertussis – Petussis (Keuchhusten)
  • Borrelia burgdorferi – Lyme-Borreliose
  • Corynebacterium diphtheriae – Diphterie
  • Escherichia coli – Durchfallerkrankungen
  • Helicobacter pylori – Gastritis, Magenlymphom, Duodenal- oder auch Magenulcus (Geschwür im Zwölffingerdarm oder Magen)
  • Mycobacterium tuberculosis – Tuberkolose
  • Neisseria meningitidis – Meningitis (Hirnhausentzündung)
  • Salmonella Typhi – Typhus
  • Staphylococcus aureus – Infektionen der Haut, Wundinfektion, Sepsis,  Endokarditis, Hirnabszess ,  Pneumonie und Pharyngitis
  • Streptococcus pneumoniae – Pneumonien (Lungenentzündungen), Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), Rhinitis (Nasenschleimhautentzündung), Meningitis (Hirnhautentzündung), Otitis media (Mittelohentzündung). Selten auch Appendizitis (Bilddarmentzündung) oder Peritonitis (Bauchfellentzündung).
  • Vibrio cholerae – Cholera

 

Welche Schutzmasken gibt es denn eigentlich und was sind die Unterschiede?

Es gibt eine Vielzahl von Maskenbezeichnungen, die man aktuell hört. Hier findest du eine Übersicht:

  • Mund-Nasen-bzw. chirurgische Masken nach Norm EN14683:2019+AC:201 u.a.:
    • OP-Masken zählen zu den Medizinprodukten und erfüllen entsprechende gesetzliche Vorschriften
    • sie sind mikrobiologisch rein
    • haben einen bakterielle Filterleistung
    • sind luftdurchlässig
    • besitzen Biokompatibilität (Eigenschaft der Verträglichkeit ohne negative oder unerwünschte Nebenwirkungen)
  • Partikel-filtrierende Halbmasken (filtering face piece, FFP-Masken)
    • FFP-Masken zählen zur persönlichen Schutzausrüstung im Arbeitsschutz und werden verwendet, wenn sich gesundheitsschädliche Stoffe in der Atemluft befinden. Die Masken halten nicht nur Schadstoffe, sondern auch Viren ab.
    • FFP-Masken gibt es mit und ohne Ausatemventil.
    • Je nach Filterleistung gibt es FFP1-, FFP2- und FFP3-Masken. FFP3-Masken haben die Stärkste Filterwirkung und werden sogar für den Umgang mit Schwermetallen, Hartholz, Bremsstaub, radioaktiven Stoffen, Krankheitserregern wie Viren, Bakterien und Pilzsporen genutzt.
    • Für die Behandlung von COVID-19-Patienten werden vor allem auch in Intensivstationen, FFP2- und FFP3-Masken verwendet
  • Wiederverwendbare Mund-Nasenmaske oder auch sogenannte Community-Masken:
    • diese Masken dienen als mechanische Barriere bzw. Bremse für eine Übertragung von Atemtröpfchen oder Speichel beim Atmen, Husten oder Niesen
    • diese werden auch Textil oder synthetischen Materialen hergestellt
    • Je nach Maske kann ein Filter oder auch ein Exspirationsventil eingelegt sein

Weitere Informationen findet ihr auch hier:

Erklärvideo zum Merkblatt auf dem Youtube-Kanal der BZgA unter https://www.youtube.com/ watch?v=oMlhnINiDDs&feature=emb_logo oder unter https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/ coronavirus/schutz-gegenueber-1742272

Auch findet ihr bei der BZgA direkt nützliche Informationen https://www.infektionsschutz.de/fileadmin/infektionsschutz.de/Downloads/Merkblatt-Mund-Nasen-Bedeckung.pdf.

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Hinweise für Anwender zur Handhabung von „Community-Masken“ https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html und beim Robert Koch-Institut (RKI): Hinweis zur Verwendung von Masken (MNS, FFP- sowie Behelfsmasken) https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Arbeitsschutz_Tab.html

Eine super Erklärung findet ihr auch bei der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) unter  hhttps://pneumologie.de/fileadmin/user_upload/COVID-19/2020-05-08_DGP_Masken.pdf

Die Kernaussagen der Untersuchung der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin waren:

  1. Durch Tragen einer nicht medizinischen Mund-Nasenmasken (auch Community-Masken genannt) gibt es einen nachgewiesenen Fremdschutz. Der Selbstschutz ist nicht nachgewiesen, aber wahrscheinlich.
  2. Wenn du eine Mund-Nasenmasken trägst, reduziert sich die ausgeatmete Aerosolwolke (als dein Atem, der mit Viren etc. durchsetzt sein kann) in ihrer Ausdehnung zu einer gegenüberstehenden Person reduziert bzw. umgeleitet. Somit geht man davon aus, dass ein Abstand von 1,5m ausreichend sein müsste.
  3. Der Schutzeffekt der Maske hilft uns in geschlossenen Räumen. Im Freien können wir darauf verzichten, wenn die Sicherheitsabstände korrekt einhalten.
  4. Eine Maske mit zusätzlichem Exspirationsventil sollten zum gegenseitigen Schutz nicht eingesetzt werden.
  5. Mehrlagige Masken können die Filterleistung steigern.
  6. Selbstgefertigte Masken aus verschiedenen Textilien sind in der Lage einen Anteil der Bakterien und Viren zu filtern. JA nach Material ist aber die Filterleistung unterschiedlich. Wichtig ist auch eine regelmäßige Reinigung der Maske.
  7. Je weniger luftdurchlässig eine Maske ist, desto größer ist in der Regel ihre Filerleistung, jedoch kann dadurch die Atmung erschwert sein.
  8. Hersteller größerer Maskenchargen sollten ihre Gewebe auf Filterleistung und Luftwiderstand prüfen lassen.
  9. Wenn du zu einer Risikogruppe auf Grund von Herz-und Lungenerkrankungen und vorhandener Ruhe-oder Belastungsdyspnoe und/oder eingeschränkter Lungenfunktion (FeV1<30% des Sollwertes) solltest du möglichst bei deinem Arzt eine Blutgasanalyse bei getragener Maske durchführen lassen.

Über Michaela

Mein Name ist Michaela Schreiber, ich bin 32 Jahre alt und wohne in München. Bei Mikrofit bin ich gemeinsam mit Thomas für die redaktionellen Inhalte zuständig. Hier hat es mir besonders das Themen gesunde Ernährung angetan sowie praktische Tipps und Tricks im Alltag. Was mache ich neben Mikrofit noch? Nach meinem Studium der Betriebswirtschaftslehre und einem Masterstudium in Marketingmanagement war ich von 2012 bis Ende 2014 als Produktmanagerin im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz und speziell im betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Nachdem ich mich auch seit langem privat mit allem Rund um die Themen Gesundheit, Prävention, gesunde Ernährung und Stressprävention beschäftige, habe ich mich entschlossen, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Seit Oktober 2014 mache ich deshalb eine Ausbildung zur Heilpraktikerin und bereite mich auf meine Prüfung vor. Seit Januar 2015 beschäftige ich mich auch beruflich Mikronährstoffe und Ernährung. Da für mich gesunde Ernährung und Mikronährstoffe besonders spannende Therapiefelder sind, habe ich beim der Stiftung für Gesundheit und Umwelt (SfGU) Ausbildungen zum Medical Wellness Coach, Salusweight Coach und zur Fachberaterin für Moderne Orthomolekulare Medizin besucht, um hier fundiertes Fachwissen zu bekommen. Neben dem experimentieren mit gesunden Rezepten reise ich privat gerne, erkunde fremde Länder und als Hobbytaucherin auch fremde Meere und Seen.

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